St. Vitus in Langweid

Augsburger Straße 32

86462 Langweid

 

Die malerische St. Vitus-Kirche in Langweid steht auf dem höchsten Punkt der Gemeinde und dieser wohlüberlegten Ortswahl ist es wohl zu verdanken, dass sie trotz der Nähe zum Lech noch nie vom Hochwasser geschädigt wurde. Aus diesem Grund hatten wohl auch schon die Römer an dieser Stelle - 15 km von Augusta Vindelicorum (Augsburg) - einen Heeresstraßen-Stützpunkt errichtet und hier, nebenbei gesagt, drei Tonnen kaputtes Geschirr hinterlassen. Es wurde 2010 entdeckt und die Langweider verfrachteten es kistenweise in die archäologische Staatssammlung und überlegten, die Ortsgeschichte tausend Jahre zurückzudatieren. Bisher galt eine 1143 ausgestellte Urkunde Papst Coelestins II. als erste historische Quelle.

1777 wurde das  frühklassizistische Gotteshaus St. Vitus eingeweiht. Baumeister war Johann Martin Pentenrieder, von ihm stammen auch einige Häuser in der Maximilianstraße in Augsburg. 1786 konnte man den Bau endgültig fertigstellen. Im Inneren trifft man auf eine Vielzahl von qualitativ hochwertigen Heiligenfiguren. Beeindruckend ist auch das gewaltige Deckengemälde, das das Martyrium des Heiligen Vitus zeigt.  Josef Anton Huber schuf 1737 diese beeindruckenden Szenen an der Decke und ebenso die weiteren Wandmalereien. Die barocke Innenausstattung trägt die Handschrift des Kistlers Philipp Jakob Einsle aus Göggingen.

Mit großem Bürgerengagement konnte die Kirche 2010 renoviert werden und enthält nun neben den spätbarocken und klassizistischen Ausstattungen auch moderne Elemente. So wurde ein neuer Volksaltar des Künstlers Erwin Wiegerling installiert, dessen Blickfang die mit Olivenöl gefüllte Glassäule in der Mitte ist. Sie soll an das Martyrium des Heiligen Vitus erinnern, der in kochendem Öl gesiedet wurde. Das Öl reagiert auf die Jahreszeiten und flockt z. B. bei Kälte aus und zeigt so dem aufmerksamen Betrachter immer neue Ein-Sichten.

Jesus, der gute Hirte in Stettenhofen

Gablinger Straße 6

86462 Langweid-Stettenhofen

 

Aus welcher Richtung man auf Stettenhofen auch zufährt, es sticht einem schon lange vor dem Erreichen der eigentlichen Ortschaft der Kirchturm der Pfarrkirche "Jesus, der gute Hirte" ins Auge. So ist die Pfarrkirche auch immer leicht zu finden und eigentlich nie zu verfehlen.

Urkundlich wird Stettenhofen erstmalig 1342 erwähnt als Hofstätte, die dem Kloster St. Georg in Augsburg gehörte. Nach einigen Besitzwechseln kam der Hof 1448 durch eine Schenkung an das Hl.-Geist-Spital in Augsburg. Um das Jahr 1500 wird eine Nothelferkapelle in den Chroniken erwähnt. Ignaz Langenmantel von Westheim kauft 1692 den Gutshof. Die Familie verkauft den Gutshof 1820 an den Augsburger Nikolaus Sabbatini, in den folgenden 20 Jahren wird der Hof noch weitere Male verkauft. 1840 kaufte ihn schließlich Georg Rauch, der Urgroßvater des heutigen Bauern Welzhofer.

 

Erst 1936 wird dem damaligen Pfarrer von Gablingen vom Augsburger Bischof erlaubt, in der Nothelferkapelle einen Sonntagsgottesdienst zu feiern. Die rasch anwachsende Einwohnerzahl konnte aber bald auch in zwei sonntäglichen Gottesdiensten nicht mehr untergebracht werden und so wurde der Wunsch nach einer neuen Kirche und bald nach einer eigenen Pfarrei verständlich.

 

Im Jahre 1948 übernahm Franz Ledermann die Pfarrei Gablingen, zu der Stettenhofen gehörte. Als tatkräftiger und vorausschauender Gottesmann erkannte er schnell, dass unter den beengten Verhältnissen nur eine sehr eingeschränkte Seelsorge stattfinden konnte. So nahm der Pfarrer vier Jahre später bereits Gespräche mit Bischof Freundorfer bezüglich eines Kirchenneubaus auf. Im Frühjahr 1959 erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau und im Dezember 1960 wurde das Gotteshaus durch Bischof Freundorfer eingeweiht.

 

Pfarrer Ledermann bemühte sich mit Nachdruck, die neu geschaffene Pfarrstelle zu besetzen, denn immer noch gehörte "Der gute Hirte" zur Pfarrei Gablingen. Am 02. November 1965 wurde von Bischof Stimpfle die Katholische Pfarrkirchenstiftung eingesetzt. Drei Monate später feierte man das Fest der Pfarreierhebung. Pfarrer Ried war der erste Pfarrer der neu gebildeten Pfarrei "Jesus, der gute Hirte".

 

St. Peter und Paul in Achsheim

Kirchweg 3

86462 Langweid-Achsheim

 

 

 In Achsheim lässt sich bereits im 5. Jahrhundert eine dorfartige Anlage rekonstruieren. Allerdings gilt aufgrund von gefundener Keramik eine Kirche am heutigen Standort erst im 11. Jahrhundert als gesichert. Ein Grund könnte die Eggelhofkirche sein, die lange als Mutterkirche der umliegenden Orte fungierte. Dennoch zählt Achsheim mit seinem Patrozinium der Apostelfürsten Peter und Paul zu den frühesten „Patrozinienschichten“ der Umgegend und zu den ältesten Peterskirchen des Landkreises. Somit grüßt schon seit ca. 1000 Jahren im südlichen Ortsteil auf nach Osten abfallendem Gelände die Achsheimer Pfarrkirche St. Peter und Paul die Menschen. Im Mittelalter waren die Marschalken von Biberbach Herren des Ortes und der Kirchenlehenschaft, bevor das Domkapitel Augsburg 1311 der Kirchensatz erwarb.

Der vordere Teil des Langhauses stammt im Kern noch aus der Spätgotik. Auf der rechten Seite neben der Kanzel steht aus dieser Zeit die älteste Figur der Kirche, der Hl. Sebastian (um 1500). Ihm gegenüber hängt eine Anna Selbdritt (Mutter Anna mit Maria und Jesus), geschnitzt um 1520.

Im Jahr 1681 stürzte der Turm ein. Dieser wurde zusammen mit dem Chorraum und der Sakristei in den Jahren 1681/82 von Valerian Brenner, dem späteren Baumeister der Biberbacher Wallfahrtskirche, neu aufgebaut. 1751 wurde das Langhaus nach Westen verlängert und mit einer gewölbten Decke versehen. Im 19. Jahrhundert fanden mehrere Renovierungen und Umgestaltungen im Inneren statt. Alle Fresken stammen aus diesem Zeitraum. Bei der letzten Restaurierung 2008 wurde vom Kirchenmaler eine absolute Besonderheit rekonstruiert und wiederhergestellt: Das „spätklassizistisch/frühbiedermeierliche Raumkonzept“, das aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt und heutzutage in Kirchen sehr selten zu sehen ist. Auch der in unserer Gegend bekannte Maler Andreas Märkle schwang hier später seinen Pinsel und malte u.a. die Altarblätter der Seitenaltäre (St. Sebastian und St. Barbara). Die beiden Altäre sind wie die Kanzel und das Orgelprospekt im Stile der Neu-Renaissance (Gründerzeit) gehalten.

Im Zusammenhang mit der Generalsanierung der Kirche im Jahre 2008 wurde auch die 100 Jahre alte spätromantische “Koulen-Orgel“ fachgerecht restauriert.

Im Jahre 2016 konnte ein Sandstein-Taufbecken aus der Spätrenaissance erworben werden, das meisterlich restauriert wurde und mit einer neuen Taufbeckenabdeckung des renommierten Allgäuer Bildhauers Michael Vogler komplettiert wurde – eine gelungene Symbiose Renaissance – Moderne.

 

Kirche zu „Schmerzhaften Mutter Gottes“ auf dem Eggelhof

Eggelhof 3

86462 Langweid-Achsheim

 

 Anmutig und verträumt liegt die Kirche am Westhang des Schmuttertales zwischen Achsheim und Eisenbrechtshofen am bayerisch-schwäbischen Jakobsweg auf einem uralten Siedlungsplatz. Bei den Ausgrabungen während der Renovierungsarbeiten von 1968 bis 1971 kam römisches Baumaterial zutage, was die dortige Bebauung durch römische Gebäude (z.B. Landhaus und/oder ein Heiligtum) vermuten lässt.

Bereits um 750 stand hier eine Holzkirche, die um 950 von einer Saalkirche mit eingezogenem Chor ersetzt wurde. Dies untermauert die These, dass die Eggelhofkirche die Mutterkirche für die umliegenden Siedlungen war. Seit 1365 war der Eggelhof Sitz eines domkapitelschen Amtes. 1492 wurde der heutige spätgotische Chorraum der Eggelhofkirche erbaut. Aus dieser Zeit stammen das Georgsrelief an der Nordseite und die Vierzehnnothelfergruppe am südlichen Seitenaltar, die Gregor Erhart zugeschrieben wird. Auch die Darstellung des Marientodes in der Predella des Hochaltares stammt aus dieser Zeit, das Wallfahrtsbild -die Pietà- von ca. 1510.

Im Jahre 1621 wurde ein neuer Turm erbaut und eine Außenkanzel angebracht – ein Hinweis auf den Status einer sehr gut frequentierten, überregionalen Wallfahrtskirche, die durch Spenden der Pilger auch finanziell potent war. 1672 wurde ein neuer Hochaltar angeschafft, der als der älteste Barockaltar des Landkreises gilt.

Im Jahre 1765 erfolgte der Neubau des Langhauses und die Stukkatierung der Kirche. In diesem Zusammenhang schuf der bekannte Rokokomaler Johann Baptist Enderle (1725-1798) die beeindruckenden Fresken mit den sieben Schmerzen und der Himmelfahrt Mariens.

Ihren Status als Bank behielt die Eggelhofstiftung auch nach der Säkularisation bei. Nicht nur die nähere Umgebung (Langweid, Gablingen) borgte sich hier Geld, sondern Darlehen wurden bis nach Ulm oder Immenstadt vergeben.

Im Jahr 2006 konnte für die Wallfahrtskirche eine neue Orgel des französischen Orgelbauers Francois Delhumeau erworben werden - ein Positiv mit angehängtem Pedal und bemalten Flügeln.

Im Jahre 2021 erfolgt eine komplette Dachstuhlsanierung und der damit zusammenhängenden Schäden im Innenraum. In diesem Zusammenhang werden auch die noch erhaltenen zwei Barockglocken aus den Jahren 1687 und 1710 wieder zum Läuten gebracht.